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Neue E-Busflotte am Seefelder Plateau: Nachhaltig und komfortabel unterwegs

Leise, sauber, komfortabel: Am Seefelder Plateau sind die bewährten Regiobuslinien mit neuer Elektro-Flotte unterwegs. Damit setzt der VVT mit seinen Partnern vor Ort künftig auf 100 Prozent Elektromobilität im öffentlichen Verkehr am Plateau - ein Vorzeigeprojekt dafür, wie die Öffis der Zukunft aussehen können. Von Innsbruck geht es mit der Elektrobahn nach Seefeld und von dort mit dem Elektrobus bis zum gewünschten Ziel.

Georgios Chrysochoidis (Bürgermeister Leutasch), Elias Walser (Geschäftsführer Tourismusverband Seefeld), Mobilitätslandesrat René Zumtobel, Andrea Neuner (Bürgermeisterin Seefeld), Dominik Hiltpolt (Obmann Planungsverband Seefelder Plateau), Alexander Jug (Geschäftsführer VVT), Joachim Toppler (Geschäftsführer Reisebüro Breuss), Christian Ihrenberger (Bürgermeister Scharnitz) und Christian Härting (Bürgermeister Telfs)

Ziehen an einem Strang (v.l.): Georgios Chrysochoidis (Bürgermeister Leutasch), Elias Walser (Geschäftsführer Tourismusverband Seefeld), Mobilitätslandesrat René Zumtobel, Andrea Neuner (Bürgermeisterin Seefeld), Dominik Hiltpolt (Obmann Planungsverband Seefelder Plateau), Alexander Jug (Geschäftsführer VVT), Joachim Toppler (Geschäftsführer Reisebüro Breuss), Christian Ihrenberger (Bürgermeister Scharnitz) und Christian Härting (Bürgermeister Telfs) © VVT/Raphael Gutleben

Mit dem Regiobusangebot am Seefelder Plateau setzt der VVT zwischen Seefeld, Leutasch, Reith, Scharnitz und Telfs auf emissionsfreie Mobilität. Seit 1. Juli 2026 verkehren E-Busse auf den Strecken Seefeld–Weidach–Oberleutasch (Linie 430), Telfs–Buchen–Leutasch (Linie 431), Seefeld–Reith–Leithen (Linie 432), Seefeld–Weidach–Oberleutasch (Linie 433) sowie Seefeld–Mösern–Telfs (Linie 434).

Moderne Mobilität für das Seefelder Plateau

Die Umstellung auf Elektromobilität erfolgte nach einer Testphase von Mitte Mai bis Ende Juni 2026. Seither sind insgesamt 13 neue E-Busse im Regelbetrieb unterwegs.

Die Linien fahren täglich überwiegend im Stundentakt, die Linie 431 teilweise im Zweistundentakt. Die ersten Kurse starten morgens zwischen 5.30 und 8.30 Uhr, die letzten Fahrten enden abends je nach Linie zwischen 19.30 Uhr und 20.30 Uhr. Das Fahrplanangebot wurde mit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2025 eingeführt. Betreiber der Linien ist das Busunternehmen Reisebüro Breuss, das bereits in Vorarlberg und Salzburg wichtige Erfahrungen mit E-Bussen gesammelt hat.

Das Seefelder Plateau ist von Innsbruck aus auch mit der Bahn bestens erreichbar. Die Schnellbahnlinie S6 fährt abwechselnd zweimal im 30 Minuten-Abstand und dann einmal im 60 Minuten-Abstand. Vom Hauptbahnhof Innsbruck ist man so von kurz nach halb 7 Uhr in der Früh bis nach 23 Uhr in 36 Minuten in Seefeld. Die Busse am Plateau sind am Bahnhof Seefeld auf das Zugangebot abgestimmt. Mit der Inbetriebnahme der E-Busse ist der öffentliche Verkehr am gesamten Seefelder Plateau nun vollständig emissionsfrei.

Über ein Fünftel der EinwohnerInnen am Seefelder Plateau sind StammkundInnen

Die Dekarbonisierung ist der letzte Schritt einer umfangreichen Fahrplanverbesserung am Seefelder Plateau seit Dezember 2023. Bis zu diesem Zeitpunkt legte die Busflotte 471.000 Jahreskilometer zurück. Heute sind das über 830.000 Jahreskilometer. Das entspricht einer Steigerung von 76 Prozent.

Ähnlich stark gestiegen ist die Anzahl der StammkundInnen. Im Jahr 2022 besaßen noch rund 1.200 Personen in den Gemeinden Seefeld, Leutasch, Reith und Scharnitz ein Jahresticket. Heute sind es rund 2.000 Personen, das ist ein Plus von 68 Prozent gegenüber 2022. 

Insgesamt besitzen heute rund 21 Prozent der EinwohnerInnen am Plateau ein KlimaTicket. Mit der Einführung der E-Busse im Frühling hat die Nachfrage nach Öffis am Plateau noch einmal einen Schub bekommen. Allein seit Dezember 2025 ist die Anzahl der StammkundInnen hier um acht Prozent gestiegen. Leutasch sticht mit einem Plus von zwölf Prozent mehr KlimaTickets seit Dezember 2025 besonders deutlich hervor.

Mobilitätslandesrat René Zumtobel betont die Kooperation in der Region und Strahlkraft für weitere Tiroler Gemeinden sowie über die Landesgrenzen: „Mit dem Seefelder Plateau haben wir ein weiteres Zukunftsprojekt auf dem Weg zu einem vollständig emissionsfreien öffentlichen Verkehr in Tirol umgesetzt. Solche Vorhaben gelingen nur, wenn Land, Bund, Gemeinden und bis zu den Touristikern vor Ort an einem Strang ziehen – genau das ist hier vorbildlich gelungen. Nach dem Neubau des Bahnhofes Seefeld als regionale multimodale Mobilitätsdrehscheibe und dem sukzessiven Ausbau des Öffi-Angebotes sind nun auch die Busse am Plateau modern, zukunftsfit und klimafreundlich unterwegs. Ich bin überzeugt, dass dieses Beispiel auch für andere Tiroler Regionen zeigt, dass sich Investitionen in klimafreundliche Mobilität langfristig auszahlen, für die Umwelt genauso wie für die Menschen, die hier leben.“

Reichweite und Fahrzeuge

Zum Einsatz kommen zehn 12 m-E-Busse von Mercedes (Modell eCitaro) sowie drei 7 m-E-Busse von Wisdom (Modell Motor Sigma 7).

Die großen Mercedes-Busse mit Kapazität für 36 Sitzplätze und 43 Stehplätze fahren zwischen Telfs und Seefeld sowie in Leutasch längere Strecken mit Steigungen, dabei ist eine Reichweite von über 400 Kilometern möglich.

Die kleineren Sigma-Busse mit zwölf Sitzplätzen und 14 Stehplätzen sind im Ortsgebiet von Seefeld unterwegs, dabei ist eine Reichweite von bis zu 200 Kilometern möglich.

Die Busse sind modern ausgestattet und verfügen unter anderem über WLAN, barrierefreie Zugänge und eine Klimaanlage.

Ladeinfrastruktur für den E-Busbetrieb

Für den Betrieb der E-Busse wurde von April bis Juni entlang der Linien die erforderliche Ladeinfrastruktur geschaffen. Auch wenn die Fahrzeuge überwiegend über Nacht geladen werden, können bei Bedarf die Ladepunkte flexibel auch während des laufenden Betriebs zur Erhöhung der Reichweite oder zum Laden von günstigerem Solarstrom genutzt werden.

Für den Betrieb der E-Busse wurden mehrere Ladestandorte eingerichtet: Talstation Bergbahnen Rosshütte, Haltestelle Seefeld Münchner Straße/Kreisverkehr, Haltestelle Leutasch Weidach Zentrum und Telfs. Insgesamt stehen acht spezielle Stecker zum Laden der E-Busse zur Verfügung.

Weniger Lärm

Die Umstellung bringt spürbare Vorteile für AnrainerInnen entlang der Busstrecken. Bei einer Fahrt mit Tempo 30 im Ortsgebiet ist ein E-Bus nur halb so laut wie ein Dieselbus. An einer Haltestelle ist ein E-Bus beim Stoppen und Anfahren sogar um das Zweieinhalbfache leiser als ein Dieselbus. Das bedeutet eine deutliche Lärmreduktion für AnrainerInnen, die an der Busfahrstrecke oder in der Nähe einer Haltestelle wohnen.

Weniger Feinstaub

Da E-Busse keinen Feinstaub emittieren, tragen sie deutlich zur Reduktion der lokalen Feinstaubbelastung bei. Die Feinstaubemission vom Abrieb der Reifen, der Bremsen und der Straße ist beim E-Bus deutlich geringer. Bei der Rekuperation, also der Rückgewinnung der Energie während des Bremsvorgangs, wird die mechanische Bremse deutlich weniger beansprucht. Gerade bei Stadt- oder Ortsverkehren ist durch das ständige Stop-and-Go der Unterschied der Feinstaubbelastung zwischen E-Bus und Dieselbus besonders groß.

Weniger Energiekosten

Mit den neuen Elektrobussen spart der Regiobus am Seefelder Plateau inklusive der Verbindungen nach Telfs jedes Jahr 233.000 Euro an Treibstoffkosten. Weil die Busse mit Strom statt mit Diesel fahren, sinken die Energiekosten um 62 Prozent. Das spart Geld und schont gleichzeitig die Umwelt.

VVT-Geschäftsführer Alexander Jug freut sich über die gelungene Inbetriebnahme der E-Busse: „Mit den neuen E-Bussen am Seefelder Plateau setzen wir einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem emissionsfreien öffentlichen Verkehr in Tirol. Die Fahrzeuge sind nicht nur klimafreundlich unterwegs, sondern sorgen auch für deutlich weniger Lärm in den Gemeinden. Damit schaffen wir ein modernes und zukunftsweisendes Verkehrsangebot für Fahrgäste und AnrainerInnen gleichermaßen.“

Tirols Weg zu emissionsfreien Busverkehren

Tirol will seinen gesamten öffentlichen Verkehr bis 2040 auf 100 Prozent emissionsfreie Antriebe umstellen. Im Juni 2024 hat der VVT mit drei E-Bussen seinen ersten Pilotbetrieb für E-Mobilität in Serfaus-Fiss-Ladis und Landeck gestartet. Seit Ende 2025 wurden weitere drei Busverkehre in Betrieb genommen. Hier wurden auf den Linien des Innsbrucker Regionalverkehrs, im Regiobus Seefeld/Telfs und im Stadtbus Kitzbühel insgesamt 43 Busse auf elektrischen Antrieb umgestellt. In den kommenden Jahren sollen weitere Verkehre folgen.

Bund finanziert mit

Für das Projekt am Seefelder Plateau hat der VVT auf Bundesebene im Programm EBIN (Emissionsfreie Busse und Infrastruktur) um Förderung angesucht und diese zugesagt bekommen. Diese Bundesförderung deckt 80 Prozent der Mehrkosten der Busse und 40 Prozent der Kosten für die Ladeinfrastruktur. Da Elektromobilität in der Beschaffung nach wie vor mehr kostet als ein Dieselbus, ist die Förderung eine wesentliche Grundlage für die Finanzierung dieser Umstellung.

Gemeinden und TVB sind Partner der Umsetzung

Umgesetzt wird das Projekt gemeinsam vom Verkehrsverbund Tirol, den Gemeinden Seefeld, Reith, Scharnitz, Leutasch und Telfs sowie dem Tourismusverband Seefeld. Die enge und konstruktive Zusammenarbeit aller Projektpartner war ein wesentlicher Erfolgsfaktor bei der Umstellung.

Gemeinsam wird das Ziel verfolgt, die Mobilität am Seefelder Plateau zukunftsfit zu gestalten und den öffentlichen Verkehr für Einheimische wie Gäste noch attraktiver zu machen. Das Projekt zeigt, wie durch partnerschaftliches Handeln über Gemeindegrenzen hinweg nachhaltige Lösungen entstehen können, die sowohl den Klimaschutz als auch die Lebensqualität in der Region stärken. Die Projektpartner betonen dabei die Bedeutung der Initiative für die Region:

Dominik Hiltpolt, Obmann Planungsverband Seefelder Plateau:
„Für die Menschen am Seefelder Plateau bedeutet die Umstellung vor allem mehr Lebensqualität. Weniger Lärm und geringere lokale Emissionen machen den öffentlichen Verkehr noch verträglicher für die Bürgerinnen und Bürger in unseren Gemeinden. Gleichzeitig sichern wir ein modernes Mobilitätsangebot für die Region.“

Elias Walser, Geschäftsführer Tourismusverband Seefeld:
„Das Seefelder Plateau steht für Natur, hohe Lebensqualität und nachhaltigen Tourismus, die Umstellung auf E-Busse passt daher hervorragend zu unserer Region. Gäste profitieren von einem attraktiven öffentlichen Verkehrsangebot, das die Urlaubsregion umweltfreundlich erschließt und die Mobilität vor Ort weiter verbessert.“

Joachim Toppler, Geschäftsführer Reisebüro Breuss:
„Die Einführung der E-Busse ist das Ergebnis intensiver Vorbereitungen. Gemeinsam mit unseren PartnerInnen konnten wir die notwendige Infrastruktur schaffen und den Betrieb schrittweise erproben. Jetzt verfügen wir über die besten Voraussetzungen, um die Verkehre am Seefelder Plateau langfristig elektrisch zu betreiben.“